Die Kunst, komplexe Probleme zu lösen
Paul.Bayer am 28. December 2007 um 15:45
Screenshot von der Idiagramm Website
Jack Vinson gibt uns einen Hinweis auf die wirklich sehenswerte und inhaltlich gute Illustration von Idiagramm zu „The Art of Complex Problem Solving“. (Folgen Sie dem Link, warten Sie etwas bis die Seite geladen hat und fahren Sie dann mit der Maus über die Elemente.)
Erklärung komplexer Probleme:
- keine klare Systemgrenze,
- das Problem ist relativ einzigartig oder beispiellos,
- instabile und/oder unvorhersagbare Problemparameter,
- viele Experimente sind nicht möglich,
- es gibt keinen abgegrenzten Raum von Alternativlösungen,
- viele Interessenparteien mit verschiedenen oder konträren Sichtweisen und Interessenlagen müssen berücksichtigt werden,
- keine einzelne und/oder objektiv überprüfbare Lösung,
- kein klarer Endpunkt.
Der Ansatz, der von Idiagramm illustriert wird, kommt ursprünglich aus dem Design und der Städteplanung, von Horst Rittel, der bis in die 60-er Jahre an der Hochschule von Gestaltung in Ulm war, u.a. den Bundestag beraten hat, dann nach Californien ging und zuletzt (bis 1990) in Stuttgart gelehrt hat. Eine von Rittels Design-Lösungen für den Umgang mit „bösartigen“ Problemen: eine einfache, robuste Dialogführung zwischen den Beteiligten, basierend auf dem sokratischen Dialog [1].
Eine Unternehmensstrategie oder Lean-Transformation ist ein vergleichbares komplexes Problem. Es wäre deshalb eine interessante Fragestellung, die Elemente zur Problemlösung (z.B. PDCA, Kaizen) und zur Konsensbildung (z.B. Hoshin Kanri, Newamashi) im schlanken Produktions- und Managementsystem mit den Elementen des Design-Ansatzes zu vergleichen. (Vielleicht ist das ja ein künftiges Projekt für wandelweb.de ??)